Jahrhundert des Kindes



Zusatz-Titel: Studien. Übertragen von Francis Maro.
Ellen Key [Autor]
Francis Maro [Übersetzer]
C. W. [Illustrator]

Auflage: 9
Tausend: 17.-18.
Seiten: 8°, 391 pg, OLwnd
Verlag: S. Fischer, Berlin, 1905
Description: Studien zur Psychologie des Kindes. Das Werk veränderte in Europa die Sicht und das Verständnis zur Erziehung und auch die Einstellung zu Kindern.
Die bekannte schwedische Sozialreformerin und Pädagogin Ellen Key (1849-1926) hatte ein ganz besonders großes und wichtiges Anliegen: Das Glück der Kinder. Mit dem Auge der Liebe und einem untrüglichen Gespür für die Bedingungen und Notwendigkeiten der Zeit verfasste sie 1901 das herausragende Werk 'Das Jahrhundert des Kindes'. Die grundlegenden Änderungen der Art der Erziehung und des Umgangs mit Kindern, die Ellen Key in diesem Werk fordert, begründet und erklärt, sind heute wie damals gleichermaßen relevant. Ihre Forderung endlich zu erfüllen, wird heutzutage sogar immer dringlicher, da die von Ellen Key vorhergesehenen negativen Auswirkungen einer den Bedürfnissen des Kindes und seiner gesunden Entwicklung entgegenstehenden Erziehung in Individuum und Gesellschaft der Moderne immer drastischer zu Tage treten. Das Jahrhundert des Kindes ist Augenöffner und praktischer Ratgeber für Eltern, Erzieher und für jeden, der einfach nur versucht, sein eigenes Glück oder Unglück besser zu verstehen waren wir doch alle einmal Kinder. Ellen Key hilft uns dabei, den Blick wieder auf das Wesentliche zu richten, mitten hinein in die Seele des Kindes, in sein Leben, in sein Sein, und dort den Ausweg zu erblicken, aus all unseren scheinbar so unlösbaren Problemen: Die Kinder sind unsere Zukunft! Ihr Glück im Hier und jetzt gesundet morgen die Welt!
Schlagworte: Pädagogik, Reformpädagogik, Pädagogik-Kinder, Jugend Kind Jugend Recht des Kindes Frauenarbeit Geschlecht Erziehung Schule Religionsunterricht Kinderarbeit Kinderverbrechen
Illustrationen: Ex Libris monogerammiert CW für Ida Hoffmann
Bemerkungen: Das epochemachende Hauptwerk der berühmten Frauenrechtlerin wurde ein individualpsychologischer und sozialreformerischer Klassiker. Key erstrebte die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau und einen naturgemäßen Entwicklungsraum für die individuelle Entfaltung des Kindes. Keys Forderung einer Erziehung "vom Kinde aus" ist wesentlich von Rousseau bestimmt. Im Sinne des natürlichen zu fördernden Reifeprozesses der Persönlichkeit des Kindes plädierte Key für Koedukation in den Schulen, in denen ungeachtet der sozialen Herkunft und der unterschiedlichen Begabungen unterrichtet werden sollte. Ihr vorliegendes Hauptwerk rief in ganz Europa (vor allem in Deutschland) starken Widerhall hervor. Eines der spektakulärsten Kapitel hierin ist die Studie "Die Seelenmorde in den Schulen". Weitere Kapitel "Das Recht des Kindes, seine Eltern zu wählen", "Das ungeborene Geschlecht und die Frauenarbeit", "Erziehung", "Die Schule der Zukunft", etc. - Rainer Maria Rilke (1902): "Dieses Buch, in seiner stillen, eindringlichen und liebevollen Art, ist ein Ereignis, ein Dokument, über das man nicht wird hinweggehen können. Man wird im Verlaufe dieses begonnenen Jahrhunderts immer wieder auf dieses Buch zurückkommen, man wird es zitieren ... - Die Kinder sind der Fortschritt selbst, und, was sie mit ihrem Buche lehren und sagen und raten will, ist immer wieder dieses: vertraut dem Kinde. Es ist das Wunderbare an diesem Buche, daß es nicht anklagt und nicht klagt, daß es sich von den heutigen Eltern, welche so viele Fehler begehen, fortwendet, gleichsam zu jenem künftigen Erziehern hin, die dem Kinde sein Recht verschaffen werden. Vom Rechte des Kindes handelt dieses Buch, und man sieht mit einem Male ein, daß es, nachdem die Frau der jahrhundertelangen Sklaverei entwachsen ist, das Nächste sein wird, den Kindern die Freiheit zu geben. Die Frauen, als erwachsene Menschen, konnten sich selbst ihr Recht erringen; den Kindern, die den Erwachsenen gegenüber ohnmächtig sind, muß es von weisen Eltern und Erziehern gegeben und bewahrt werden. Freie Kinder zu schaffen, wird die vornehmste Aufgabe dieses Jahrhunderts sein. - Man lese die Lebensgeschichte aller großen Menschen; sie sind, was sie geworden sind, immer trotz der Schule geworden, nicht durch sie. - Ellen Key hat mit bewunderungswürdiger Ruhe, zornlos und sachlich, gezeigt, wie Unrecht die Schule hat, die die Entwickelung der jungen Menschen stört, ihre Wege verwirrt, ihren zuerst so persönlichen Willen abstumpft und es zustande bringt, aus hundert verschiedenen ungeduldigen Kräften eine einzige gleichgültige Trägheit zu machen, von der nichts Neues zu erwarten ist". - Siehe: Peter Härtling, Vergessene Bücher, 1983: Das "Jahrhundert des Kindes", ein noch heute lesenswertes Buch. - Katalog "S. Fischer" (Marbach) S. 144 (dort ebenfalls nur die 12.Auflage). KNLL IX, S. 330. Doderer II, 155.
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