Der Kellner



Iwan Schmeljow [Autor]
Käthe Rosenberg [Übersetzer]
Emil Orlik [Illustrator]

Auflage: 1
Seiten: 8°, 223 pg, OLwnd
Verlag: S. Fischer, Berlin, 1927
Illustrationen: Einbandzeichnung von Emil Orlik
Bemerkungen:
SCHMELJOW, Iwan Sergejewitsch (Ivan S. Smelev), * 3.10. 1873 in Moskau, 24.6. 1950 in Paris. - Geboren als viertes von fünf Kindern einer Moskauer Kaufmannsfamilie. Die Vorfahren der Mutter waren Altgläubige, die des Vaters begannen nach dem Rückzug Napoleons aus Rußland 1812 mit dem Holzhandel. Der Vater stirbt früh (Iwan ist erst sieben). Aufgewachsen in einer strengen religiösen Atmosphäre, studiert er von 1894 bis 1898 an der Moskauer juristischen Fakultät und wird nach erstem literarischen Mißerfolg Steuerinspektor in der Provinz Wladimir. Hier findet er den Stoff zu seinen Erzählungen. Während er die Februarrevolution 1917 begrüßte, bringt ihm eine Sibiriensreise traumatische Erlebnisse zu den Folgen der Oktoberrevolution und deren Folgen für Kirche und Tradition. 1918 bis 1922 lebt er mit seiner Frau auf der Krim, wo ihr einziges Kind, Sergej, der in der Armee des General Wrangel diente, verhaftet und erschossen wird. In der Emigration entstehen dann die Werke, in denen er die tradierte religiöse Ordnung des alten Rußland zum Ideal macht und in immer neueren Zugangsweisen beschreibt. Damit wird er zum herausgehobenen Bewahrer der untergegangenen Volksfrömmigkeit des 19. Jahrhunderts und einer mit dem Volksleben verbundenen orthodoxen Religiosität. Die Werke wurden teilweise geradezu Kompendien der religiösen Phänomene, die vergeistigt als Altes Rußland in der Kultur der Exilrussen weiterlebten und bei ihm aus einem theokratisch-liberalen Ideal gespeist wurden. Wichtigste religiöse Werke während der Emigrantenzeit wie "Die Straße der Freude" (zum Pilgern), "Wanja im heiligen Moskau" (das Kirchenjahr), "Der niegeleerte Kelch" (Ikonenmalerei) thematisieren in einer metaphysisch verankerten Weltsicht je ausgewählte Phänomene orthodoxer Frömmigkeit, ohne sich auf tiefere theologische Durchdringung einzulassen, wohl aber in großer Nähe zu den religionsphilosophischen Positionen eines Berdjajew oder Bulgakow in bewußter Fortführung von Ansätzens Solowjews etwa. Über Belgrad und Berlin emigrierte er schließlich nach Paris, wo er zu dem ihm eigenen wehmütig-melancholischen Stil bei Dominanz religiöser Themen fand.
Standort: Gal-6-1 l=k=99.99.99.99, Gal-6-1
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